23.12.2025
Rektorin Davina Mazowiec ging es hauptsächlich nicht um bauliche Wünsche, sondern um die bildungspolitischen Inhalte, auch wenn sie auf die Notwendigkeit des Baues einer Mensa hinwies
Mühlacker: Die Reihe der Schulbesuche setzte die CDU-Fraktion im Gemeinderat der Stadt Mühlacker fort. Diesmal war die Station die Gemeinschaftsschule (GMS), Schillerschule. Dabei ging es Rektorin Davina Mazowiec hauptsächlich nicht um bauliche Wünsche, sondern um die bildungspolitischen Inhalte, auch wenn sie auf die Notwendigkeit des Baues einer Mensa hinwies.
Engagiert, couragiert und eindrucksvoll präsentierte die Schulleiterin das pädagogische Konzept und war sozusagen Botschafterin der Idee der Gemeinschaftsschule, betonte die Fraktion in einem Fazit des Lokaltermins. "Auch bei jenen, für die diese neue Schulform noch kein umfassender Begriff war, sprang der Funke über." Die Gemeinschaftsschule ist zweizügig, die Grundschule dreizügig, letztere davon mit einer Ganztagesklasse.
Die Gemeinschaftsschule müsse sich, so Fraktionsvorsitzender Günter Bächle, nicht verstecken. Im Gegenteil: Sie sei nach Überzeugung der CDU-Fraktion gleichwertig zu den anderen beiden Sekundar-stufen – dem Gymnasium und der Realschule – und vermittle wesentlich weitreichendere Fähigkeiten und Fertigkeiten über Unterrichtsfächer hinaus, als es die anderen Schularten tun, zeigte sich die CDU-Fraktion nach ihrem Besuch überzeugt.
"Wir haben im Gemeinderat diese neue Schulform von Anfang an unterstützt und stehen auch dazu", sagte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. Die Schillerschule – ehemals Grund-, Haupt- und Werkrealschule – wurde auf Antrag der Stadt Mühlacker zum Schuljahr 2014/15 als Gemeinschaftsschule für die Klassen 1 bis 10 eingerichtet. "Verbunden mit der Umstellung auf die Pädagogik einer Gemeinschaftsschule war auch die Umstellung auf ganztägigen Unterricht ab Klasse 5."
Der gemeinsame Unterricht bis einschließlich der sechsten Klasse und dann erst die Aufteilung auf Schulformen gelten allgemein als erstrebenswert, so Stadt- und Kreisrat Dr. Peter Napiwotzky. Ziel des Landes war es, den getrennten Unterricht für Schülerinnen und Schüler in einem neuen, leistungsstarken, sozial gerechten, inklusiven und gemeinsamen Bildungsweg zu überwinden. Dieser sollte allen Schülerinnen und Schülern offenstehen. Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat damals, die Werkrealschulen Ulrich-von-Dürrmenz-Schule und Schillerschule ab 2014/2015 nur noch als bestehende Werkrealschulen weiterzuführen (keine Neuaufnahmen in Klasse 5 mehr) und durch die GMS zu ersetzen. Deshalb sind aktuelle Diskussionen über Werkrealschulen in der Landespolitik, auch innerhalb der CDU, für Mühlacker unverständlich. „Der Zug ist abgefahren.“
Die Stadtverwaltung strebt grundsätzlich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die Zweigliedrigkeit im Angebot der weiterführenden Schulen in Mühlacker an, zitierte die Fraktion aus der da-maligen Vorlage für den Gemeinderat.
Die Gemeinschaftsschule benötige wie jedes neue Angebot auf dem Markt Werbung und Information. "Da hätte in der jüngsten Vergangenheit mehr getan werden müssen", so der Fraktionschef. Dies habe sich mit Davina Mazowiec verbessert, also zum Positiven geändert. Die neue Leiterin der Schillerschule nutze mit ihrem Team alle Informationskanäle, auch bei Instagram und Co, lobte Stadtrat Tobias Scheytt. Der GMS sei es wichtig, durch unter anderem ansprechend gestaltete Flyer und einen Tag der offenen Tür am 7. Februar 2026 von 10 bis 12 Uhr zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzielen. Stadtrat Oli-ver Höhner betonte die Vorteile: kleine Lerngruppen in Deutsch, Mathematik und Englisch, ein einzigar-tiges Haussystem im Enzkreis, das die Gemeinschaft stärkt, Identität verleiht und Teamgeist weckt, intensive Berufsorientierung, persönliches Coaching durch Klassenlehrer (Motto: "Es geht nicht nur ums Lernen, sondern auch um dich als Person").
Fragen zu den drei verschiedenen Niveaus – Grundlegendes, Mittleres und Erweitertes – kamen von Stadtrat Matthias Trück. "Und wie ist das mit den Noten?", fragte sein Kollege Matthias Aichele. Davina Mazowiec erläuterte, dass die individuellen Stärken entscheidend seien. In jedem Fach und sogar bei jedem Thema könne differenziert und damit gezielt an der Beseitigung von Schwächen gearbeitet wer-den. In den ersten vier Jahren gäbe es keine Noten, sondern Lernberichte. Wer jedoch Noten wolle, könne diese erhalten, so die Rektorin. Stadt- und Kreisrat Günter Bächle lobte dieses System: "Ich hatte anfangs auch Schwierigkeiten damit, aber die Leistungsberichte sind aussagekräftiger und differenzier-ter, helfen mehr als nackte Noten", sagte er aus eigener Erfahrung. Seine Tochter war Teil des ersten Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Mühlacker/Schillerschule, wechselte nach der zehnten Klasse auf das Salzach-Gymnasium in Maulbronn, machte dort ihr Abitur.