Produktion von Windenergie in den südlichen Bundesländern

30.09.2026

Staatsminister Gunther Krichbaum informiert sich über Stadtwerke-Projekte

Mühlacker. Gemeinsam mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, Günter Bächle und Stadtrat Dr. Peter Napiwotzky, Vorsitzender des CDU Stadtverbandes Mühlacker, besuchte Gunther Krichbaum, Bundestagsabgeordneter für den Enzkreis und Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, die Biomethan-Anlage der Stadtwerke Mühlacker. Begrüßt wurde die Gruppe von Roland Jans, Geschäftsführer der Stadtwerke.


Im Mittelpunkt des Fachaustauschs stand die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das aktuell in den Ausschüssen des Bundestages beraten wird. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Produktion von Windenergie in den südlichen Bundesländern. „An Nord- und Ostsee kann Strom aus Windenergie natürlich billiger produziert werden, weil der Wind stärker und verlässlicher bläst. Aber der Stromtransport zu den industriellen Zentren im Süden Deutschlands ist aufwendig und kostspielig. Daher macht es Sinn, auch im Süden Windenergie zu produzieren, selbst wenn dies teurer ist“, so Krichbaum.

Dafür brauche es bei der Novelle des EEG aber Ausschreibungsquoten für den Süden, damit diese Standorte auch eine Chance auf Förderung erhalten, so Krichbaum. Hierfür werden sich die CDU-Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemberg bei den Gesetzesberatungen einsetzen. Stadtwerke-Chef Roland Jans setzte sich für das Modell des Verbands kommunaler Unternehmen ein, 20 Prozent der Zuschläge Windkraftanlagen im Süden Deutschlands zu reservieren.

Krichbaum beeindruckt
Beeindruckt zeigte sich Krichbaum von der umfassenden Nutzung der anfallenden Gärreste der Biomethan-Anlage durch die Stadtwerke. Die Gewinnung von Torfersatz, mineralischem Phosphat, Kali- und Stickstoffdünger zeige, welche Chancen in Biomethan-Anlagen stecken. „Die Sperrung der Straße vom Hormus hat deutlich gemacht, wie verletzbar die Welt beim Thema Kunstdünger ist. Hier in Mühlacker wird regional aus rein natürlichen Stoffen Recycling-Dünger hergestellt, der uns unabhängiger von den weltpolitischen Einflüssen macht“, so Europastaatsminister Krichbaum. 

Bei diesem Projekt arbeiten die Stadtwerke mit der Universität Hohenheim und dem Mühlacker Anlagenbauer Gertz zusammen. „Die weltpolitische Situation wird vermutlich auch in den nächsten Jahren leider nicht entspannter werden.
Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Lieferketten breiter aufstellen und uns unabhängiger vom Energie-und Rohstoffimport machen. Diese Anlage in Mühlacker ist dabei ein echtes Vorbild.“

Seit Juli 2025 läuft auf der Biomethananlage Mühlacker die 100-kW-Vorserienanlage mit reversibler Hochtemperatur-Brennstoffzellentechnologie von Reverion im Regelbetrieb, so Stadtwerke-Geschäftsführer Roland Jans: „Das Besondere: Die Anlage kann Biogas hocheffizient in Strom umwandeln – im Praxis-betrieb wurden bereits 74,2 Prozent elektrischer Wirkungsgrad erreicht. Damit haben wir sogar den Welt-rekord aufgestellt.“ Im Umkehrbetrieb könne sie erneuerbaren Strom nutzen, um grünen Wasserstoff beziehungsweise synthetisches Methan zu erzeugen. „Damit zeigen wir ganz praktisch, wie Biogas und erneuerbare Energien flexibel miteinander verbunden werden können.“

Lob für den Bund
„Wenn die Sonne nicht strahlt und auch der Wind keinen Strom liefert, dann können wir mit Biomethan einspringen und damit Versorgungssicherheit gewährleisten“, betonte Günter Bächle, Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke. Gerne werde Mühlacker unterschätzt. Doch die Menschen hier könnten stolz sein auf die Innovationskraft ihres kommunalen Unternehmens. Die hundertprozentige Tochter stärke kraftvoll die Infrastruktur der Stadt zum Beispiel auch durch den laufenden Ausbau der Breitbandversorgung für 40 Millionen Euro. Bund und Land würden 90 Prozent dieser Kosten den Stadtwerken erstatten, wofür Bächle dem CDU-Bundespolitiker dankte. Leider werde diese staatliche Hilfestellung gerne übersehen.

 Beim Rundgang: Von links Betriebsleiter Jaggy, Gunther Krichbaum; Günter Bächle und Roland Jans.zoom
Staatsminister Gunther Krichbaum, rechts Geschäftsführer Roland Jans, links Aufsichtsratsmitglied und Stadtrat Günter Bächle
 Beim Rundgang: Von links Betriebsleiter Jaggy, Gunther Krichbaum; Günter Bächle und Roland Jans.zoom
Beim Rundgang: Von links Betriebsleiter Jaggy, Gunther Krichbaum; Günter Bächle und Roland Jans.
 

Termine

Anmeldung zum Newsletter