Hoffen auf den dritten Anlauf

27.06.2017

CDU-Ortsbegehung in Lomersheim: Stadtteil will ins Landessanierungsprogramm – Stationen der Stadträte: Bierkeller, Gemeindehalle, Kelter und die Au

Mühlacker-Lomersheim. Die Lomersheimer warten inständig darauf, dass ihr Ortskern in das Sanierungsprogramm des Landes aufgenommen wird, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU-Gemeinderatsfraktion Mühlacker über ihre Ortsbegehung in dem Stadtteil am Montagabend. Zweimal schon sei die Stadt mit ihrem Antrag gescheitert. Bei Lienzingen habe es auch dreier Anläufe bedurft, tröstete Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. Es zeichne sich ab, dass zuerst das derzeit älteste Sanierungsgebiet - „Ortskern Dürrmenz“ - abgeschlossen werden müsse, bevor Lomersheim an die Reihe komme. Gleichzeitig fünf Sanierungsgebiete gestehe das Land einer Stadt in der Größenordnung von Mühlacker nicht zu, derzeit seien es parallel vier. „Ortskern Dürrmenz“ werde 2017 abgeschlossen. „Wir müssen Druck machen, dass das auch geschieht“, ergänzte Stadtrat Wolfgang Schreiber.

Denn der Sanierungsstau unter anderem an Gemeindehalle und ortsbildprägender Kelter sollen nach der Aufnahme von Lomersheim ins Landesprogramm genauso angegangen werden wie private Maßnahmen, denn dann steuert das Land 60 Prozent der Gelder bei. Die Stadträte stiegen in der historischen Kelter bis unters Dach. Achim Händle, Vorsitzender des Heimatvereins und einige seiner Mitstreiter, verwiesen unter anderem darauf, dass im oberen Bereich des Gebäudes die Gefache zwischen dem Fassadenfachwerk locker sitzen und wohl mit einem ähnlichen Aufwand erneuert werden müssen wie derzeit am Lienzinger Rathaus. Händle berichtete auch vom Kelterbetrieb, den der Heimatverein 2008 von der Stadt übernommen hat. Seitdem sei aus insgesamt 600 Tonnen Äpfel Saft gewonnen worden. „Eine Erfolgsgeschichte“, lobte die Lomersheimer Stadträtin Gisela Schmid-Beck.

Aus der Runde der interessierten Bürger kam der Vorschlag, die Stadt solle sich um die zentral gelegenen Räume der inzwischen geschlossenen Filiale der VR-Bank Neckar/Enz kümmern. Dort könne die Verwaltungsaußenstelle behindertengerecht untergebracht werden. Zudem sei bei der Zukunftswerkstatt angeregt worden, einen Bürgertreff zu schaffen. Die CDU will die Stadtverwaltung um Prüfung bitten.

Erste Station war der 1890 erbaute frühere Bierkeller am Großglattbacher Weg, den der Heimatverein von der Stadt übernommen hat, um eine ortsgeschichtliche Ausstellung und ein Vereinszimmer einzurichten. Bisher steckte der Verein, so Händle, 30.000 Euro und zahlreiche ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden in die Gebäudesicherung. Die Schäden seien größer gewesen als zuerst gedacht. Es fehle auch noch der Anschluss an den Abwasserkanal der Stadt, dessen Bau von dieser übernommen werden solle. Wann die Pläne voll umgesetzt sein werden, könne noch nicht gesagt werden, denn die Arbeitskapazitäten der Mitglieder teilten sich zwischen Kelterbetrieb und Bierkeller, antwortete Händle auf Fragen aus der vollzählig angetretenen Fraktion, die ergänzt wurde vom Vertreter des CDU-Stadtverbandes Johannes Bächle.

Erfreut zeigten sich die Stadträte, dass es nun gelungen ist, durch den Bau einer Rampe an der Nordseite des Gebäudes einen barrierefreien Zugang zur Gemeindehalle zu schaffen, den sie in Augenschein nahmen und positiv bewerteten. Schmid-Beck sagte, weitere Aufgaben stünden in der Halle an, wie eine neue Heizung und eine neue Küche.

Abschluss war im Neubaugebiet Au, das jetzt in einem ersten Abschnitt erschlossen wird. Dort wurde den Stadträten, so die CDU-Fraktion, das Anliegen mit auf den Weg gegeben, im Rathaus solle man sich rechtzeitig um die Verkehrsanbindung kümmern, da Gartenstraße und die Straße Obere Au relativ schmal und nicht auf zusätzlichen Verkehr ausgelegt seien.

Station Kelter
Station Kelter
Station Rampe der Gemeindehalle
Station Rampe der Gemeindehalle
Station früherer Bierkeller
Station früherer Bierkeller
 

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